HowTo Infostand

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Lieber Leser: Solltest du das HowTo Öffentlichkeitsarbeit RealLife noch nicht kennen, dann lies dir dieses bitte zuerst durch. Dieses HowTo setzt darauf auf.

Rechtliche Grundlagen findest Du unter: http://at.rechtsinfokollektiv.org/rechtsinfo/organisation/vor-der-demo-organisation/demoanmeldung/ - Eine Vorlage zur Anmeldung findest Du hier: https://ppoe.piratenpad.de/Vorlage-Veranstaltungsanzeige

Inhaltsverzeichnis

Vorbereitung

  • Die Vorbereitung findet am Besten im Rahmen eines Stammtisches statt.
  • Ein oder mehrere Themen für diesen Stand (Wozu soll der Stand gut sein?)

Hinweis: Eine formale Genehmigung der Veranstaltung innerhalb der Piratenpartei ist nicht notwendig.

Damit nichts vergessen wird, gibt es hier eine Checkliste: Datei:Checkliste Infostand.pdf

Organisatorisches

  • Rollen und Verantwortlichkeiten: Es ist sinnvoll Aufgaben zuzuteilen und schriftlich festzuhalten, wer wofür zuständig ist. Das gilt für
    • Die Organisation vorab
    • Und die Arbeitsteilung beim Durchführen des Infostands (wer steht hinter dem Tresen, wer flyert im Vorfeld, wer übernimmt welche Fluss-Richtung der Passanten etc.)
  • Antrag bei der zuständigen Behörde stellen

Standort

Man sollte dabei möglichst in der Nähe haben:

  • ein Kaufhaus oder Einkaufszentrum
  • eine öffentliche Toilette
  • einen Copy-Shop oder ein Geschäft, das eine Kopiermöglichkeit bietet

Tipp: Wir sollten immer einen wirklich ortskundigen Mitstreiter dabei haben.

Kommunikation

  • Lokale Presse informieren
  • Befreundete Gruppen und Initiativen informieren
  • Info im Piratenforum
  • Info auf diversen Online-Medien posten (Facebook, Google+ etc.)

Personal

  • 2 Personen reichen meist pro Stand
  • Reserve Person schadet jedoch nie

Der Stand

Grundsätzlich gilt: Je auffallender, desto besser (Achtung: Alles kann übertrieben werden ;-) ).

  • Großflächiges Werbematerial (Fahnen, Plakate etc.) Transparente sollten vorhanden sein, damit für jeden erkennbar ist, wer den Stand organisiert. Insgesamt darauf achten, dass ein einheitliches Erscheinungsbild erreicht wird und man den Stand als Piratenpartei-Stand erkennt.
  • Tisch
  • Unterstellmöglichkeit/Überdachung
  • Slogans und wichtige Stichworte sollten in Form von Bannern oder Ähnlichem gut zu lesen und auffallend angebracht werden. Wichtig ist, dass insgesamt eine Aussage für die Passanten erkennbar wird, die auf unsere Themen einstimmt, nicht zu sehr verwirrt und neugierig macht.
  • Kundenstopper mit knappen, aber deutlichen Aussagen sind ein sehr wichtiges Hilfsmittel
  • Wenn Flaggen fest in Form von Bannern angebracht werden, ist je nach Standort darauf zu achten, dass sie von beiden Seiten zu lesen sind!
  • Standgenehmigung bzw. Bestätigung der Demoanmeldung nicht vergessen.
  • Spendendose nicht vergessen.
  • 1-2 Stehtische mit Mittelloch für Sonnenschirm/Fahnenstange
  • Luftballons/Fähnchen/Süßigkeiten in einer kleinen Schatztruhe -> Kinder
  • mit feinem Sand gefüllte Gläser (große Gurkengläser oder so), um die Luftballons/Fähnchen da reinzustecken
  • Briefbeschwerer/größere Kieselsteine etc., damit Flyer nicht wegfliegen

Wenn Unterschriften gesammelt werden sollen, ist außerdem zu beachten:

  • gerade und optisch ansprechende Schreibfläche
  • Klemmbretter mit Deckel für Unterschriftenlisten
  • gut ist auch eine Umhängetasche, in die unterschriebene Bögen gepackt werden können, damit diese nicht zusammen mit den leeren auf dem Klemmbrett liegen. Das müssen wir ja zum Unterschreiben dem Unterstützer in die Hand geben - wir stehen für Datenschutz!

Material: Wichtig wäre…

  • Parteiprogramm, um Neulingen die Inhalte und Organisation der PIRATEN näher zu bringen.
  • Satzung
  • Pressemappe
  • Flyer, die man den Leuten mitgeben kann
  • Material von nahe stehenden Organisationen
  • Mitgliedsanträge
  • Formulare für Unterstützerunterschriften
  • Flyer für aktuelle Demos

Durchführung

Auftreten des Standpersonals

Kleidung: Denkt immer daran, jeder der am Infostand mitarbeitet, repräsentiert die Piratenpartei gegenüber dem Bürger. Demzufolge ist gepflegte Kleidung ein Muss für Standpersonal. Gleichgültig ob wir in T-Shirts, Oberhemden mit Krawatte oder ein spezielles Outfit tragen: auf jedem Fall sollte es frisch gewaschen, sauber und gebügelt sein. Für den Fall, dass die Kleidung verschmutzt oder "durchschwitzt" wird, sollte ein komplettes Set innerhalb kürzester Zeit als Ersatz verfügbar sein.

Körpergerüche: Knoblauch ist ein vorzügliches Gewürz, ist aber bei Standpersonal tabu. Dies gilt natürlich für alle Speisen und Zutaten, die eine Körperausdünstung verursachen. Mundgeruch fällt meistens allen auf, nur wer davon betroffen ist, merkt es als letzter. Deshalb immer Pfefferminzbonbons o. Ä. bereithalten und immer wieder mal eins im Mund zerlaufen lassen. Kaugummi ist verboten. Auf jeden Fall muss nach Alkohol- oder Nikotingenuss der entstehende Mundgeruch bekämpft werden. Schweißgeruch soweit wie möglich unterdrücken, dabei hilft es, sein persönliches Deo dabei zu haben. Im Extremfall (z. B. an extrem heißen Tagen, nach mehreren Stunden Dienst) muss jedoch die Kleidung gewechselt werden.

Optik: Gepflegt aussehende Personen werden selbstverständlich eher von interessierten Passanten angesprochen. Hierzu zählt z.B. eine frisch rasierte Person, keine fettigen Haare oder bei Frauen ein dezentes Make-Up. Noch dazu kann eine lächelnde Person Wunder wirken. Nicht zu empfehlen sind zu müde Piraten, denen man auf den ersten Blick ansieht, dass sie am liebsten wieder im Bett wären.

Ansprache

  • Ansprache bedeutet auch ansprechbar sein. Seid also klar als Standpersonal erkenntlich, sei es durch Tragen der T-Shirts oder durch ein Namensschild, das Euch als Mitarbeiter der Piratenpartei kennzeichnet.
  • Freundlichkeit und höfliches Benehmen gegenüber dem Bürger sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Mit Humor und einem natürlichen, offenen und freundlichen Gesicht erreicht man mehr als mit verbissener Argumentation.

Techniken der Ansprache: Im "Außendienst" d.h. beim Verteilen von Flyern oder in einer Funktion des Kundenstoppers, Blickkontakt aufnehmen und dann einige Schritte mit dem Bürger mitgehen. Als Einstieg kann eine kurze Ansprache wie z. B. "Kennen Sie schon die Piratenpartei?". Wichtig ist nur, dass die Ansprache kurz und nicht belästigend klingt. Bleibt der Angesprochene dann nicht stehen, macht auf keinen Fall den Fehler, hinterher zu gehen und nochmal nachzufragen, ob derjenige nicht wenigstens ein bisschen Infomaterial mitnehmen will oder so. Eventuell wird der angesprochene Bürger dann ungehalten und wird lauter mit Worten wie "Lass mich in Ruhe!" Das steckt umstehende Bürger an, die gleich einen negativen Eindruck erhalten und einen Bogen um den Stand machen! Lauft stets alleine oder maximal zu zweit, damit die Leute sich nicht überfallen und unter Druck gesetzt vorkommen. Die Ansprache von jüngeren, erwachsenen Bürgern, die MP3-Player tragen mit Worten wie "...das ist übrigens auch eines unserer Themen...Privatkopie von Musikstücken!" sorgt auch oft für schnelles Interesse. Beim "Innendienst", also am Stand, sollen die Bürger nicht mit Blicken "festgenagelt" werden, wer als Interessent den Stand aufsucht, möchte sich oft erst einmal einen Überblick verschaffen. Auch nicht am Rande des Standes auf Passanten lauern, um dann überfallartig über sie herzufallen. Die Ansprache soll erfolgen, wenn eine der folgenden Verhaltensweisen gezeigt wird:

  • Interessenten gehen auf Standpersonal zu oder blicken hilfesuchend umher. Einstieg: Begrüßung, Vorstellung, "Wie kann ich Ihnen helfen?", aktives Zuhören
  • Interessenten fixieren ein bestimmtes Objekt oder lesen Infomaterial. Einstieg: "Wie ich sehe, haben Sie Interesse an ..." Vorstellung, Begrüßung, aktives Zuhören
  • Interessenten wollen den Stand verlassen. Einstieg: "Haben Sie niemand gefunden, der Ihnen Informationen geben konnte?" Vorstellung, Begrüßung
  • Handelt es sich um eine Gruppe von Bürgern, immer alle ansprechen und auch mit allen Blickkontakt aufnehmen, aber keinen fixieren.

Gesprächsführung

Nach dem Einstieg sollten sich Anknüpfungspunkte ergeben haben, welche mit W-Fragen vertieft werden können. Das Ziel ist hier herauszufinden, was der Bürger bereits über uns und unsere Themen und Ziele weiß. Dies kann dann vertieft oder durch zusätzliche Aspekte verbreitert werden. Wichtig dabei ist, dass es kein Monolog des Standmitarbeiters wird, sondern immer wieder mal mit Fragen den Bürger um seine Meinung bitten.

  • "Können Sie das unterstützen?"
  • "Wie ist Ihre Sichtweise dazu?"
  • "Wollen Sie mehr darüber erfahren?"

Argumentationshilfen

Siehe hierzu: Argumentation Erkennt dann im Gespräch vorhandene Abschluss-Signale und führt einen positiven Abschluss herbei: Interessenten...

  • nicken mehrfach zustimmend.
  • rufen andere hinzu.
  • rücken immer näher.
  • bekommen einen entspannten und positiven Gesichtsausdruck.
  • äußern sich negativ über andere Parteien.
  • machen zustimmende Bemerkungen.
  • äußern direkten Spenden- oder Beitrittswunsch.
  • schauen auf die Uhr oder werden unruhig.

Der positive Abschluss kann unterschiedlich aussehen: Infomaterial mitgeben oder Adresse für Zusendung notieren und ...

  • das Versprechen die Piratenpartei zu wählen.
  • das Versprechen die Mailingliste zu abonnieren.
  • das Versprechen den nächsten Stammtisch zu besuchen.
  • das Versprechen mitzuarbeiten.
  • das Versprechen, anderen von den Inhalten und Zielen der Piratenpartei zu erzählen.

Gebt auch immer den Hinweis, das übergebene Material doch im Bekanntenkreis weiterzureichen. Tipp: Sollten die Erfahrung fehlen, schadet eine kurze Schulung vorab nicht.

Verhalten am Infostand

Pünktlichkeit: Bitte seid pünktlich, sowohl am Morgen oder auch bei der Ablösung. Auch bei Rollenwechsel (Innendienst <=> Außendienst) vereinbart vorher, wann der nächste Wechselturnus sein wird und haltet Euch daran. Aufmerksamkeit gegenüber den Bürgern: Wenn am Infostand gerade keine Bürger stehen, verfällt man sehr leicht in Diskussionen untereinander und dreht den Passanten dabei den Rücken zu und bewirkt so, dass man für eine geschlossene Gesprächsgruppe gehalten wird. So gehen eventuell interessierte Bürger vorbei! Falls unbedingt was zu diskutieren ist, so kann sich ein Pirat vor den Stand stellen und Passant "spielen", dann kommen manchmal weitere Passanten dazu. Keine Privatunterhaltungen oder Telefongespräche, wenn nicht betreute Interessenten am Stand sind. Essen oder Rauchen am Stand ist ebenfalls tabu, beides soll außerhalb des Standes erfolgen. Bitte vermeidet Alkoholgenuss während der Mitarbeit am Infostand, jeder einzelne wird als Repräsentant der Piratenpartei wahrgenommen. Diskussionen, auch mit Verfechtern der aktuellen Politik am Stand sorgen immer dafür, dass weitere Passanten stehen bleiben und zumindest interessiert zuhören. Geht also darauf ein und nehmt auch die Argumente der "Gegenseite" mit, um sie später auszuwerten. Wenn genug Standpersonal da ist, hilft es auch, Diskussionen zu lancieren, indem nicht so deutlich als Piraten kenntliche Mitstreiter solche mit dem Standpersonal beginnen. Betreuung bei großem Andrang :

  • Können neue Interessenten zu einer Gruppe zusammengeführt werden?
  • Neuankömmlinge begrüßen und mit etwas beschäftigen (Flyer, Infomappe) und zusichern, dass sofort jemand kommt.
  • Wartenden zwischendurch zu verstehen geben, dass sie nicht vergessen wurden.

Teamarbeit: Wir sind flexibel und kollegial, übernehmen auch Aufgaben, die uns nicht direkt betreffen, wenn wir sehen, dass andere überlastet und/oder überfordert sind. Ein Infostand ist immer eine Herausforderung und jedesmal entstehen neue Situationen, die im Vorfeld nicht bedacht werden konnten. Deshalb ist eine gehörige Portion Improvisationsbereitschaft und Flexibilität erforderlich, um den Infostand zu einem Erfolg werden zu lassen. Beim Standabbau gehen alle miteinander.

Tipp: Feedback aus Infotischen kurzfristig auswerten.

Nachbereitung

  • Aktion mit Erfahrungen im Wiki Dokumentieren
  • Infos innerhalb der Piratenpartei z.B. im Forum über den Erfolg berichten + Lob einheimsen (gerne auch Bilder posten)

Mögliche Fehler

Keinen Infotisch zu machen ist mit Abstand der größte Fehler, den man machen kann. Darüber hinaus kann man dennoch am Infostand Fehler machen:

  • Standmitarbeiter kennen die zentralen Themen und Ziele nicht.
  • Es wird passiv gewartet, bis ein Interessent Kontakt aufnimmt.
  • Standmitarbeiter wissen nicht, dass Zuhören ein wichtiger Bestandteil von Kommunikation ist. Statt den Interessenten zu Wort kommen zu lassen, werden diese mit einem Schwall von Information überschüttet.
  • Die Gespräche werden in die Länge gezogen, weil vermeintlich das Bild noch nicht stimmt. Stattdessen auf Abschlusssignale achten und einen positiven Abschluss herbeiführen.
  • Standmitarbeiter widmen sich überwiegend "good old friends" statt Interessierten zur Verfügung zu stehen.

Quellen

Ideen von der Piratenpartei DE übernommen (http://wiki.piratenpartei.de/Kategorie:HowTo) bzw. selbst erarbeitet.

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